Nach 5000 Kilometern

Der Ausflug in den Irisch National Heritage Park hat sich wirklich gelohnt. Denn dort wird die irische (Siedlungs-)Geschichte komplett von vorne aufgerollt und fasst die vielen archäologischen Stätten, die wir in den letzten Wochen besucht haben, gut zusammen. Von der Steinzeit mit ihren mobilen Behausungen und den Dolmen, die wir des Öfteren gesehen haben, über das Bronze-Zeitalter bis hin zu den Hochkreuzen und der Christianisierung durch St. Patrick werden alle wichtigen Zeitpunkte durch Nachbauten zum Leben erweckt. Im hölzernen Rund-Fort erklären sogar ein paar Schauspieler das Leben von Früher und begeistern uns mit authentischen Schaukämpfen.
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Natürlich stellt sich uns nun die Frage: Wo übernachten wir? Und: Kann man da das Deutschlandspiel schauen? Wir entschließen uns dazu, zu unserem letzten Stellplatz am Curracloe Beach zurückzukehren und dort in der Surf Shack das Spiel anzuschauen.

Am nächsten Tag, also Montag, kurven wir noch ein wenig durch die Wicklow Mountains, nun wieder zurück Richtung Dublin. Dabei stoßen wir – mehr oder weniger zufällig – in Avoca auf die älteste Webmühle Irlands. Seit 1723 werden hier Stoffe hergestellt, die nun auch im eigenen Laden verkauft werden. Am nächsten Tag fällt uns in Dublin auf, dass auch dort neben Stoffen auch Marmelade und Cremes unter dem Label „Avoca“ verkauft werden.
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Abends kehren wir zu unserem schon erprobten Übernachtungsplatz in Wicklow Town zurück, um das erste Gruppenspiel der Iren zu schauen. Die schlagen sich nicht schlecht gegen Schweden und gehen nur dank eines Eigentors mit einem Unentschieden in die Kabine. Das Ergebnis wird auch deshalb im Pub wie ein Sieg gefeiert, inklusive Fangesänge: „Stand up for the boys in green.“

Auch die Tageszeitungen am Dienstag sind voller Euphorie über das Spiel. Wir brechen früh auf und beziehen (wie schon einmal) Stellung auf dem Camac Valley Camping-Platz in Dublin, der inzwischen fast ausgebucht ist. Mit dem Bus geht es wieder in die Innenstadt. Neben den letzten Souveniers und der Rory-Gallagher-Corner entdecken wir auch noch das Dublin Castle und den Dubh Linn, der Ort von dem Dublin seinen Namen hat. Das letzte irische Bier trinken wir im Pub bei einem Fußballspiel und als wir wieder im Bus zum Camping-Platz sitzen, verabschieden wir uns innerlich schon ein wenig von der grünen Insel.
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Am Mittwoch füllen wir noch einmal sämtliche Tanks und gehen einkaufen, denn wir haben ja schon einmal gemerkt, dass die Preise in Großbritannien ein wenig höher sind als bei uns. Am Hafen von Howth, nördlich von Dublin, warten wir die letzten Nachmittagsstunden, bevor wir uns schließlich zuerst durch den Tunnel unter der Innenstadt hindurch und dann auf die Fähre wagen.
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Bei herrlichstem Wetter und einem tollen Sonnenuntergang sagen wir Tschüss zu Irland! In ziemlich genau 5000 Kilometern haben wir die Insel bereist, viel gesehen und viel erlebt, und auch ein wenig unser Herz dort gelassen, in den kleinen Küstenörtchen, den engen Straßen und den tollen Landschaften. Jetzt geht es allerdings für noch einmal eine Woche auf die britische Insel.

Nach Ankunft in Holyhead kurz nach Mitternacht suchen wir uns ein ruhiges Plätzchen und lassen Wales erst am nächsten Morgen auf uns wirken. Ein wenig dunkler als Irland sieht es hier für mich aus, was wohl vor allem daran liegt, dass Wälder die weiten Wiesen ersetzen und die Häuser nicht ganz so quietschbunt gestrichen sind. Auf jeden Fall spüren wir auch hier das EM-Fieber: zuerst in Llanfairpwllgwyngyll (oder ganz ausgeschrieben Llanfairpwll­gwyngyllgogery­chwyrndrobwll­llantysilio­gogogoch), dem Ort mit dem längsten amtlichen Ortsnamen der Welt, später dann auch in Caernarfon. Alles scheint weiß-rot-grün zu sein, bevorzugt aber rot und in Drachenform 😉 Die Leute sind bester Stimmung, auch wenn Wales vorhin gegen England verloren hat.
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Gleich verbringen wir den Abend mit dem Deutschlandspiel und nächtigen direkt neben einem Weltkulturerbe, dem Caernarfon Castle (Danke nochmal an den lieben Parkplatzwärter!). Bis demnächst!

3 Kommentare zu „Nach 5000 Kilometern“

  1. Vielen Dank für den schönen Bericht und die Urlaubsgrüße mit der Post 🙂
    Wir wünschen Euch noch schöne Tage und eine gute Heimreise
    bis bald
    die Fußgönheimer

  2. Danke mal wieder für den kurzweiligen Bericht. Ich wünsche euch noch eine schöne Woche in Wales und England und freue mich, wenn wir uns wieder sehen.

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