Auf in die Berge!

Nach dem Festival lassen wir es erst einmal etwas gemütlicher angehen und rollen ein paar Kilomenter auf der Autobahn. Wir sind mal wieder auf dem Weg nach Dublin und das aus gutem Grund! Unsere Fähren sind nämlich gebucht, zuerst von Dublin nach Holyhead (in Wales) und eine Woche danach von Dover nach Calais.

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Auf dem Weg nach Dublin machen wir zunächst Halt in Boyle und besichtigen die Boyle Abbey, bevor wir in Athlone unser Nachtlager aufschlagen. Nur durch Zufall erfahren wir, dass sich im Zentrum dieser Stadt der älteste Pub Irlands befindet! Zum ersten Mal erwähnt wurde Seans Bar circa 900 nach Christus und steht damit sogar im Guinness Buch der Weltrekorde.

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Etwas südlich von Athlone wartet noch eine weitere berühmte Sehenswürdigkeit auf uns, die auch auf fast jeder Irland-Postkarte zu sehen ist: die Klosteranlage von Clonmacnoise. Mit den zwei berühmten Hochkreuzen, den Klosterruinen und dem riesigen Friedhof, der das ganze Areal umfasst, ist diese Anlage wirklich beeindruckend.

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Auf dem Hin- und Rückweg passieren wir wieder riesige Torffelder, die hier aber nicht von Hand sondern durch Maschinen abgebaut werden. Zurück bleiben endlose, kahl braune Flächen in der sonst so grünen Landschaft.

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Nun ist es nur noch ein kleiner Sprung bis nach Dublin, wo wir Markus am Flughafen absetzen und uns hiermit nochmal für die schöne Festival-Zeit bedanken wollen 🙂 Dann lassen wir Dublin noch einmal für eine Woche hinter uns, denn es ruft der letzte Abschnitt Irlands, den wir bisher noch nicht befahren haben: die Wicklow Mountains.

Kaum hat man den Großstadttrubel hinter sich gelassen, umfangen einen gleich die grünen Wälder. Weiter, im Herz der Berglandschaft, dominieren allerdings vor allem unbewaldete Hochebenen und unzählige dazwischen versteckte Seen. Die erste Nacht in den Wicklows verbringen wir mit Blick hinab auf ein Tal, das an diesem Abend vollständig mit Nebel gefüllt ist. Ein bisschen fühlen wir uns hier schon wie am Ende der Welt.

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Die nächsten zwei Tage (Mittwoch und Donnerstag) durchstreifen wir die Bergwelt und lassen uns von einigen hübschen Orten verzaubern, zum Beispiel von Glendalough, einer malerischen Kirchenruine am plätschernden Bach, oder gar nicht weit davon weg, von der St. Kevins Pilgerroute, die sich über die Hügel schlängelt. Ein kurzes Stück folgen wir dieser Route zu Fuß und werden nicht nur von einem plötzlich auftauchenden Wasserkraftwerk überrascht, sondern auch von einer Gruppe Rehe, die uns mindestens genauso neugierig anstarren wie wir sie.

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Für den Freitag steht großer Sport auf dem Programm, denn im Internet habe ich gelesen, dass abends mehrere regionale Hurlingspiele stattfinden sollen, eines davon in Wicklow. Die Namensgeberstadt des Countys liegt am Rande der Wicklow Mountains am Meer. Wir finden dort alles, was wir brauchen: eine Post, einen Supermarkt, einen Stellplatz, ein Hurlingspiel und (ein paar) Pubs, in denen das EM-Eröffnungsspiel übertragen wird.

Hurling gehört neben Gaelic zu den zwei typisch irischen Sportarten. Zumindest Hurling soll schon im 14. Jahrhundert vor Christus gespielt worden sein! Zwischendurch wurde es von der englischen Besatzung verboten, erfreut sich aber im heutigen Irland an ungebrochender Popularität. Gespielt wird mit einem flachen Holzschläger, mit dem man den Leder-Gummi-Ball (Sliothar) vom Boden hochlupfen, dem Mitspieler passen oder auch ziemlich weit schlagen kann. So ein Schlag geht locker mal über ein ganzes Fußballfeld hinweg. So ziemlich alles ist erlaubt: Den Ball mit der Hand fangen, mit dem Fuß kicken, mit dem Schläger in der Luft herum wedeln… Kein Wunder also, dass jeder Spieler einen Helm tragen muss. Genau wie beim Gaelic (das ein wenig aussieht wie Rugby mit einem Fußball), kann man versuchen den Ball ins Tor zu schießen, was drei Punkte gibt, oder ihn über das Tor zwischen den verlängerten Pfosten hindurch lenken, das gibt allerdings nur einen Punkt. Hurling gilt  als die schnellste Sportart der Welt, zurecht wie wir finden.

Heute haben wir uns für längere Zeit der „Küstenstraße“ anvertraut, auch wenn wir das Meer nur selten hinter den hohen Dünen gesehen haben.

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Besonders beeindruckt hat uns der Curracloe Beach, wo wir heute den ganzen Nachmittag verbracht haben. Weißer Sand, riesige Dünen, Sonne, Meer, was wünscht man sich denn mehr. Vielleicht eine kleine Strandhütte, in der die Fußball-EM übertragen wird…

Morgen geht es vermutlich noch ein Stück nach Süden, bevor wir den Rückweg nach Dublin und somit Richtung Fähre antreten. Wir wollen noch gar nicht daran denken, dass wir Irland „schon“ verlassen müssen… Aber bis dahin sind es ja noch ein paar Tage 🙂
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Ein Gedanke zu „Auf in die Berge!“

  1. Guten Morgen Larissa und Moritz. Das ist wieder ein schöner Bericht – das ist die beste Lektüre für den Sonntagmorgen. Besser als jede Zeitung. Wir werden eure Berichte vermissen. Wir gehen heute mittag nach St. Mathieu de Treviers. Gabi und Anthony feiern Geburtstag. Wird ein größeres Event. Wir wünschen euch einen schönen Sonntag. Liebe Grüße Marianne und Werner 😘 ❤

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