Sonnenverwöhnt in Sligo

Kurz nachdem wir es vom Knockarea wieder herunter geschafft haben, fallen uns erste Hinweis-Schilder nach Carrowmore auf. Nicht weit von unserem Übernachtungsplatz entfernt hat das Office für Public Works ein kleines Zentrum errichtet, das inmitten hunderter Steinkreise, Steindolmen und Hügelgräbern steht. Praktisch in der ganzen Region findet man Hinweise auf frühe menschliche Besiedlung. Über jeden Berg, jede Vertiefung am Horizont wird eine eigene Geschichte erzählt, zum Beispiel die der Winterhexe, die beim Flug über die Landschaft immer wieder ausversehen Steine fallen lässt, die nach und nach zu den Bergen am Horizont wurden.

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Mit den Geschichten im Hinterkopf fahren wir weiter durch die tolle Landschaft, über Hügel und Berge, dieses Mal Richtung Westen. Einen Zwischenstopp legen wir in Ballina ein, einem hübschen Städtchen, in dem man es sicher länger aushalten könnte. Wir wollen allerdings noch ein Stück weiter, zum Downpatrick Head.

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Der Sage nach erschuf der Heilige Patrick diesen einsam im Meer stehenden Felsen, indem er alle Schlagen Irlands auf das Felsstück lockte und dann ein großes Kreuz in den Boden rammte, um den Felsen vom Festland zu trennen. Seitdem soll es auf Irland keine Schlangen mehr geben! Ob das stimmt? Wir haben bisher noch keine gesehen.
Wir parken unser Womo direkt an den Klippen und genießen die letzten Sonnenstrahlen beim Sonnenuntergang hinter dem Meer.

Am nächsten Morgen können wir uns nicht gleich zum Weiterfahren aufraffen, es ist einfach zu schön hier. Schließlich schaffen wir es doch, denn eine Insel ruft uns: Achill Island. Über eine Brücke kommen wir ganz bequem übers Meer und können dann die tollen Landschaften genießen. Diesen schönen Fleck hatte sich damals auch Heinrich Böll ausgesucht, um hier regelmäßig den Sommer mit seiner Familie zu verbringen. Manche Orte tauchen auch in seinem Irischen Tagebuch auf.

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So wie zum Beispiel das Deserted Village, das wir am nächsten Tag besuchen. An den Hang eines riesigen Berges klammern sich unzählige Ruinen in den Grund. Vor über 150 Jahren waren diese Ruinen drei kleine Dörfchen, die ihre Einwohner teils ans Festland, teils an besser angeschlossene und größere Orte an der Küste verloren. Zurückgeblieben sind nur ein paar Mauern und viele ziemlich neugierige Schafe. Trotz der Hitze an diesem Morgen liegt eine gespenstische Stimmung über dem Gebiet.

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Für uns geht es zurück über die Brücke und weiter an der Küste entlang. Fast alle Straßen sind als „Scenic Route“ gekennzeichnet, also gibt es einiges zu sehen! Was wir allerdings wohl am häufigsten sehen sind Baustellen, die an vielen Orten den Straßenbelag erneuern.
Nachdem wir uns durch die vielen Baustellen-Ampeln gekämpft haben, landen wir in Westport, einem sehr schnuckeligen Städtchen mit Kai. Jeder, der Zeit hat, genießt heute das sonnige Wetter, ob im Café oder einfach auf dem Rasen. Wir gesellen uns dazu und genießen die Live-Musik im Licht des Sonnenuntergangs.

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Am nächsten Morgen rollen wir die wenigen Kilometer bis Castlebar und lassen uns dort auf einem hübschen kleinen Camping-Platz nieder. Für 27€ gibt’s Stellplatz, Duschen, WLAN und ganz viele Freizeitmöglichkeiten. Das Freizeitdorf Lough Lannagh Village liegt direkt an einem See und ist durch Fußwege am Wasser entlang mit der Stadt verbunden. Das ruft geradezu nach einem Spaziergang! Die Innenstadt von Castlebar sticht mit hochmodernen Fußgängerzonen und Plätzen hervor, wurde für uns allerdings erst bemerkenswert, weil wir hier unser lange gesuchtes „Ersatzteil“ fanden.
Hintergrund: Unsere Wohnraumbatterie lädt anscheinend weder beim Fahren, noch wenn wir am Campingplatz außen den Strom anschließen. Mit einem Batterieladegerät wollen wir das überbrücken und den Strom direkt aus der Steckdose in die Batterie schicken.
Mit dem neuen Ladegerät im Gepäck schließen wir unsere Rundreise und fahren wieder nach Norden, an Sligo vorbei bis nach Rosses Point.
Auf diesem Camping-Platz (25€ ohne Duschen und WLAN, dafür mit tollem Strand) testen wir gleich unser Ladegerät und siehe da, es funktioniert.

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Manche fragen sich jetzt sicherlich, warum wir eine so komische Strecke und dazu noch im Kreis fahren. Der Grund: Am Wochenende findet in Ballyshannon das Rory Gallagher Festival statt, das das ganze Städtchen in eine einzige Bühne verwandeln wird. Zusammen mit einem Freund aus der Heimat gibt es ab Donnerstag daher Gitarren-Soli am laufenden Band.

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Jeder Pub, jedes freie Fleckchen in der Stadt, jeder noch so gedenkwürdige Ort (Rorys Geburtskrankenhaus, sein erstes Wohnhaus usw.) wird von Bands mit Blues Rock bespielt und von irgendwo hört man immer jemanden singen: „I’m a million miles away…“

Unser Lager haben wir dafür in Bundoran aufgeschlagen, einem Ort gleich neben Ballyshannon. Markus‘ Apartments hatte nichts dagegen, dass wir unser Womo auf den Parkplatz davor stellen. So können wir jeden Abend gemütlich mit dem Shuttle Bus zum Festival fahren. Heute und morgen Abend sind dann die großen Acts auf der Hauptbühne dran, bis dahin werden wir uns die Zeit wohl am Strand vertreiben 😉 Bis demnächst!

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2 Kommentare zu „Sonnenverwöhnt in Sligo“

  1. Hallo ihr beiden. Wieder sehr schön euer Bericht mit den vielen tollen Bildern. Wir sind gerade vom Strand zurück. Ich glaube das Wetter wird so langsam schön. Aber über Montpellier zieht ein Gewitter rüber zu uns. Macht nix. Morgen ist es wieder schön. Wir wünschen euch viel Spaß beim Konzert. Genießt es. Sowas kommt nie wieder. Ein ganz tolles Lied von Rory Gallagher ist ‚Going to my hometown‘. Das höre ich sehr gerne. Wir würden uns über einen kurzen Bericht sehr freuen. Wir denken an euch und wünschen eine gute Zeit. Liebe Grüße Marianne und Werner 😘 ❤ 🍻

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