Von Strand zu Strand

Mit besserem Wetter als in der Woche zuvor starten wir am Samstag nach Buncrana. In dem kleinen Städtchen stocken wir zunächst unsere Vorräte auf und tanken (zum Glück wieder in Euro!), doch bevor wir uns den nächsten Land-Zipfel vornehmen, fahren wir noch ein kurzes Stück durch unübersichtliches Farmland zum Grianán of Aileach. Hoch über dem Umland thront das Rund-Fort, von dem man einfach einen grandiosen Ausblick hat. Zum Glück stimmt auch das Wetter, denn kurz nach uns rollt eine ganze Hochzeitsgesellschaft an, um ein paar schöne Bilder zu schießen. Sie hätten heute wohl keine bessere Location wählen können.

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Für uns geht es weiter, immer an der Küste entlang, zu einem der wohl schönsten Strände Irlands, obwohl man das sicherlich bei vielen Stränden im County Donegal sagen könnte! Das besondere am Portsalon-Beach ist allerdings, dass wir auf dem Weg ein paar Berge bewältigen müssen, die uns bei der Abfahrt eine wunderbare Aussicht auf den Strand bieten.

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Portsalon-Beach von Oben

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Sonntags gehts von Portsalon noch ein Stück die Küste hinauf bis zum Leuchtturm von Fanad Head, oder zum Teach Solais Chionn Fhánada, wie er eigentlich auf Gälisch/Irisch richtig heißt. Fast alle Landzipfel in dieser Region gehören zum Gaeltacht, also dem irisch-sprachigen Teil Irlands. Allerdings sprechen auch alle Englisch, Irisch hört man nur in manchen Gesprächen, wenn die Iren unter sich sind.

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Durch schöne Landschaften hindurch und über eine gewagte Brücke gelangen wir bis nach Downies, wo wir den Rest des sonnigen Tages auf einem Camping-Platz verbringen. Bei Casey’s bezahlen wir 25€ für einen Stellplatz, Dusch-Tokens, Strom und reichlich Bungalow-Nachbarschaft. Das WLAN ist leider zur Zeit ausgefallen. Ein Grund mehr, den Abend am Strand zu verbringen, vor allem wenn er so karibisch anmutet wie dieser hier!

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Fast karibisch... Wenn man sich die Wolken wegdenkt 😉

Der nächste Tag bringt vor allem Regen und so beschließen wir ihn dem Fahren zu widmen. Vorbei an endlos scheinenden Torffeldern stoppen wir kurz am Bloody Foreland, anschließend geht’s durch mehr oder weniger schöne Landschaften, bis wir schließlich in Narin landen. Dort lockt (mal wieder) ein toller Strand mit Womo-Nachbarschaft und einem schönen Sonnenuntergang.

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Am nächsten Morgen sind wir noch beim Frühstück, als sich plötzlich ein roter Anhänger in unser Sichtfeld schiebt und wir mit einem „Morgen!“ begrüßt werden. Keine viertel Stunde später steht neben uns ein kleines Café (Pirates of the Coffeebean), das neben Kaffee, Tee und Mokka auch Popcorn in ausgefallenen Sorten anbietet. Geführt wird es, wie wir später erfahren, von den „Kaffee-Piraten“ Michael (aus dem Schwarzwald) und Katja (aus Berlin), die es vor vier Jahren nach Irland zog. Zusammen mit dem wirklich super Kaffee bekommen wir auch noch eine Handvoll Geheimtipps – Strände, Schlösser, eine Viehversteigerung – wir wissen gar nicht, ob wir die alle unter bekommen! Da dieser Dienstag der wohl wärmste und sonnigste unserer bisherigen Irland-Tage ist, bewegen wir uns kein Stückchen und genießen die Sonne mit T-Shirt, kurzen Hosen und den Füßen im Atlantik (bis zum unvermeidlichen Sonnenbrand).

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Michael in seinem Wagen

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Nach diesem faulen Tag ist mittwochs mal wieder etwas Aktion angesagt und wir folgen dem ersten Tipp der „Kaffee-Piraten“ die Klippen von Slieve League hinauf. Während die Cliffs of Moher wohl die spektakulärsten und meistbesuchtesten Klippen Irlands sind, so sind die von Slieve League mit über 600 Metern immerhin die höchsten. Ohne Besucherzentrum und ohne Schnick Schnack geht es vom Parkplatz erst einmal zwanzig Minuten zu Fuß nach oben, wo neben einer spektakulären Aussicht, höhenangstfreien Schafen und ein paar Picknick-Bänken vor allem einer auf viele Besucher wartet: der Eiswagen.

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Schwindelfreie Schafe

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Bei so vielen „Scenic Routes“, also landschaftlich schönen Straßen, nehmen wir für den Rückweg natürlich nicht dieselbe, sondern fahren einen kleinen Umweg. Wieder einmal geht es durch Torffelder und seltsam geformte Berge, bis sich vor uns das Tal ausbreitet. Wie in Antrim in Nordirland wurden auch hier die meisten Täler durch Gletscher gebildet (daher auch wieder der Name Glen + X). Auf jeden Fall sind wir froh, dass wir diese Serpentinen-Straße nicht wieder hinauf müssen!

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Diese Schilder sehen wir öfter: der Wild Atlantic Way

Für den Abend geht es weiter nach Donegal City, das wir am nächsten Tag, am Donnerstag, ausführlicher betrachten. Wir besuchen das Donegal Castle, ein Turmhaus mit angebautem 17. Jahrhundert-Wohnflügel, und lassen uns ein wenig durch die Innenstadt und die Souvenier-Läden treiben.

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Donegals Innenstadt

Unser nächster Stopp liegt dann schon wieder auf der nordirischen Seite. Der Übergang ist fließend, man bemerkt die Grenze wirklich kaum, und schwupps ist das Tempo wieder in Meilen pro Stunde angegeben. Wir folgen dem Ufer des Lough Erne, flitzen durch Enniskillen, das bestimmt schön aber uns heute zu stressig ist, und landen schließlich in Bellanaleck. Ich persönlich habe es aufgegeben, den Ortsnamen richtig aussprechen zu wollen, es endet immer in einem Knoten in der Zunge. In diesem Örtchen gibts für uns leckeren Fish&Chips (für mich ohne Fisch) und einen Parkplatz mit Toiletten und Duschen (!) direkt am Freizeitboothafen. Sehr idyllisch und nur zu empfehlen.

Für heute hatten wir uns die Richtung Sligo vorgenommen, die Hauptstadt des nächsten Countys, als wir wegen einem Schild beschließen, noch einen kurzen Umweg zu machen. Das Schild weißt zum Glencar Wasserfall und führt uns eine schöne Straße aus Nordirland heraus und am Glencar Lough entlang. Die Berge hier haben wirklich eigentümliche Formen und sind wahrscheinlich, wie der Glen-Name nahelegt, wieder Überbleibsel eines Gletschers. Der Wasserfall ist auch sehr schön, aber nicht unbedingt spektakulär, mir gefällt die ruhige und unglaublich grüne Umgebung viel besser.

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Nach zwei Nächten im Inland zieht es uns wieder ans Meer und so verbringen wir den Nachmittag am Strand von Strandhill. Das war der zweite Tipp vom Kaffee-Piraten Michael, wir sollten hier unbedingt nach Fossilien Ausschau halten. Tatsächlich finden wir einige auf den unzähligen Kieselsteinen am Strand, allerdings sind die meisten Steine zu groß, um sie mitzunehmen. Ich wüsste gerne, zu welchen seltsamen Tierchen diese Überreste gehören, das muss daheim unbedingt vertieft werden. Heute Abend nun stehen wir auf einer kleinen Anhöhe und blicken auf den Strand und das Tal hinunter. Einfach wunderschön.

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Was das wohl mal war?

Was wir die nächsten Tage so vor haben? So genau wissen wir das auch noch nicht. Fest steht nur: In einer Woche geht’s aufs Festival in Ballyshannon!

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2 Kommentare zu „Von Strand zu Strand“

  1. Hallo,
    ich möchte jetzt auch einen Cappuccino von den „Kaffee-Piraten“ aus Deutschland und an einem der tollen Strände spazieren gehen !!
    Wir wünschen euch noch viel Spaß und tolles Wetter.
    Ganz viele liebe Grüße
    aus
    Fußgönheim

    1. Danke für die lieben Wünsche 🙂 wir schicken möglichst viel Sonnenschein in die Heimat, nur mit dem Kaffee wird das wahrscheinlich schwierig… 😉

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