Klippenläufe

Am Dienstag schaffen wir es tatsächlich nach Dingle. Schon allein die Fahrt dort hin ist atemberaubend: Immer wieder schlängelt sich die Straße an den steilen Hängen der Bucht entlang, immer wieder blicken wir auf wunderschöne Sandstrände hinab.

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In Dingle dreht sich natürlich alles um den Delfin Fungie, der seit 1983 die Bucht von Dingle bewohnt und sich regelmäßig vor den Besucherbooten zeigt. Die Chancen stehen tatsächlich so gut, den Delfin zu sehen, dass die Anbieter kein Geld von den Touristen verlangen, wenn er sich einmal nicht zeigen sollte. Heute spielt auch das Wetter mit und bei strahlendem Sonnenschein schippern wir auf die Bucht hinaus.

Nach wenigen Minuten sehen wir auch schon die Flossenspitze aus dem Wasser ragen. Während unserer ganzen Bootsfahrt weicht uns der Delfin nicht von der Seite und ist dabei so nah, dass man glaubt, man könnte ihn gleich streicheln. Ein wirklich tolles Erlebnis!

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Um den Tag abzurunden, besuchen wir noch einen der tollen Strände und lassen uns ein wenig den Sand um die Ohren pusten, denn es ist wirklich windig. Umso erstaunlicher, dass manche (irische) Besucher schon mit kurzen Hosen und barfuß unterwegs sind.

Am nächsten Tag zeigt sich das Wetter wieder von seiner irischen Seite und beschert uns abwechselnd warme Sonne und kalten Regen. Unser Ziel ist heute Muckross House & Garden, ein herrschaftliches Anwesen (á la Stolz und Vorurteil) inmitten malerischer Hügel und am Ufer des Sees bei Kilarney. Wir wandeln ein wenig durch die Gärten und versuchen uns vorzustellen, wie es wohl war hier zu leben, bevor wir Moritz Eltern wieder zum Flughafen begleiten. Es hat uns wirklich gefreut, dass ihr da wart! Danke für den Besuch 🙂

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Schließlich ziehen wir weiter nach Tralee. Dieses Städtchen beginnt für uns zunächst einmal mit einer aufwendigen Parkplatzsuche in der Innenstadt, dann schlendern wir ein wenig durch die Gassen und Geschäfte. Mittagessen gibt es im schnuckligen Mary Anne’s Tearoom, dessen Inneneinrichtung aus Sammeltassen, rosa Wänden und geblümten Tischdecken besteht – eben so wie man sich einen stilechten Tearoom vorstellt.

Für den Nachmittag ist wieder Meer eingeplant. Wir fahren nach Ballybunion, dessen Strand wunderbar groß und leer ist und dessen Höhlen in den Klippen bei Ebbe zum Entdecken einladen. Ebenso ins Auge fällt auch ein Mandala, das da jemand in den Sand gerecht und gemalt hat. Das ist die Strandkunst von Mario, der uns mit seinem Schubkarren voller Rechen entgegen kommt. Jeden Tag, so erzählt er, malt er so ein Mandala, jeden Tag ein anderes und immer mindestens für vier Stunden. Wir ziehen den Hut vor so viel Geduld und Fleiß, vor allem in dem Wissen, dass bei der nächsten Flut alles wieder verschwunden ist.

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An der Küste entlang gelangen wir am nächsten Morgen nach Trabert, wo stündlich eine Autofähre die Mündung des Shannon überquert und auch uns mit hinüber nimmt. Unser Ziel ist heute Loop Head, ein einsamer Leuchtturm an der Spitze einer Landzunge. Auf dem Weg dorthin staunen wir über so manche Landschaft und auch über die ein oder andere Straße, aber schließlich landen wir auf dem gesuchten Parkplatz. Der Wind hat kräftig aufgefrischt und so kämpfen wir uns vor zu den Klippen, von wo man eine wunderbare Aussicht auf die Küste der Landzunge hat. Irgendwie habe ich das Gefühl, dass der Himmel noch nie so blau war wie in diesem Moment, das Gras noch nie so grün. Liegt das an dem vielen Sauerstoff in der Luft? Auf jeden Fall fühlen wir uns erfrischt und erschöpft gleichzeitig, als wir dem Leuchtturm wieder den Rücken zukehren.

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Für den Abend stehen noch die Bridges of Ross an: steinerne Bögen, entstanden durch die Aushöhlung vom ständig strömenden Meerwasser. Leider ist die größere der beiden „Brücken“ vor einiger Zeit zusammengebrochen, aber die kleinere ist auch schon atemberaubend genug. Vor allem das Gefühl ungesichert über das Gestein zu laufen und zu wissen, dass nur ein paar Meter unter einem der feste Stein aufhört und zuerst ganz viel Luft und tief unten wieder Wasser kommt, ist berauschend. Trotzdem ist es auch hier ziemlich windig und die ganze Nacht hindurch schaukelt unser Womo im Takt zu den Wellen.

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Welche Sehenswürdigkeiten muss man auf jeden Fall gesehen haben, wenn man einen Urlaub in Irland verbringt? Unter den Top 3 wäre wohl auf jeden Fall unser Ziel für den Freitag: die Cliffs of Moher. Über 200 Meter ragen die Klippen hier aus dem Meer auf und bilden eine eindrucksvolle Szenerie. Nicht nur die unzähligen Touristen, die jeden Tag hierher pilgern, sondern auch die Macher vieler Filme sind von diesem Ort begeistert. So wurde zum Beispiel eine Szene aus „Harry Potter und der Halbblutprinz“ hier gedreht. Wir wandeln am Pfad entlang der Klippen entlang und entdecken bei jeder Kurve, bei jeder Anhöhe, neue Ausblicke auf die Steinformationen.

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Den Abend verbringen wir schließlich auf Nagels Camping und Caravan Park, in der Nähe von Doolin. Für 22€ gibt’s Strom, WLAN und einen freien Blick auf die Cliffs of Moher.

Heute haben wir schließlich einen weiteren Punkt meiner „To-Do-in-Irland“-Liste abgehakt: Wir waren Pitch&Putt spielen. Eigentlich dachte ich an etwas Ähnliches wie Mini-Golf, tatsächlich ist es aber viel mehr wie Golf, nur sind die Bahnen kürzer. Auf jeden Fall macht es super viel Spaß, vor allem weil man hier vom ganzen Kurs aus aufs Meer schauen und die Aussicht genießen kann. Mit ein wenig Übung klappt sogar das „pitchen“ und „putten“ ganz gut 😉

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Den Abend lassen wir im O’Connor’s Pub mit Bier und Live-Musik ausklingen. Wie man so hört, ist der Pub über die Grenzen der Region hinaus bekannt für seine Live-Sessions. Wir bestellen uns noch ein zweites Bier und verabschieden uns bis zum nächsten Beitrag.

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5 Kommentare zu „Klippenläufe“

  1. Nun trennen sich unsere Wege. Wir wünschen euch noch eine schöne Zeit und Danke für die „Perfekte Reiseleitung“.

  2. Hallo ihr Abenteurer, uns beiden hat es auch gut gefallen ein Paar Tage mit euch verbringen zu können. Wir wünschen weiterhin einen schönen Aufenthalt, tolle Erlebnisse und ganz viel Spaß.

  3. Hallo ihr beiden. Schön war es wieder, euren Bericht zu lesen. Hoffe ihr hattet einen schönen 1. Mai. Bei uns ist das Wetter nicht so schön. Für Südfrankreich zu kalt. Liebe Grüße auch an die Eltern von Larissa

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