Wir, die Herren der Ringe

Der Plan, auf die Dursey Island zu fahren, scheitert an der Seilbahnstation. Die Waggons fahren nur in zwei Stunden Rhythmen, die für unsere Pläne einfach unpassend sind. Wir nutzen den Tag trotzdem und bewandern den nahegelegenen Berg, von dem wir eine super Aussicht auf die Bucht und die Dursey Island haben. Später am Tag sehen wir die Seilbahn dann doch noch in Aktion, wirklich erstaunlich! Diese Konstruktion existiert eigentlich nur, weil die Strömung in dem Kanal zwischen Insel und Festland so groß ist, dass keine direkte Überquerung mit dem Boot möglich ist.

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Die Sonne ist uns heute gewogen und scheint kräftig auf uns herab, als wir uns dazu entschließen, noch ein Stück weiter auf dem Ring of Beara zu fahren. Wir landen schließlich in Travara und stehen an einem gemütlich kleinen Strand. Perfekt, um einen schönen Sonnenuntergang zu genießen.

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Am nächsten Tag geht’s weiter den Ring entlang nach Kenmare, eine kleine Stadt, die durch ihre Kompaktheit besticht. Wir schlendern ein wenig durch die Gassen und füllen unsere Vorräte wieder auf, bevor wir auf den Ring of Kerry starten. Der Ring of Kerry ist eine der Touristenattraktionen in Irland schlecht hin und so wundert es uns nicht, dass uns hier ständig (und auf beängstigend schmaler Straße) Reisebusse mit Reisengruppen entgegen kommen. Manche LKW- und Busfahrer sind echt mutig!

Wir lassen uns ein wenig treiben, genießen die tolle Landschaft, die hinter jeder Ecke etwas Neues verbirgt. Sogar Buschbrände sehen wir an den Hängen und wundern uns ein wenig. Ob das an dem fehlenden Regen in den letzten Wochen liegt? Auf jeden Fall verrauchen uns die Brände ein wenig die wunderschöne Aussicht auf die Klippen und die Buchten. Fast schon interessanter sind die anderen Touristen, die im 5-Minuten-Takt aus den Reisebussen springen, schnell zwei Fotos machen und wieder zurück auf die Straße eilen.

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Am Ring finden wir auch noch ein weiteres Gebäude des OPW, das wir mit unserer Heritage Card besichtigen können. Derrynane House ist der ehemalige Familiensitz eines einflussreichen irischen Politikers aus dem frühen 19. Jahrhundert. Daniel O’Conell stärkte die Rechte der Katholiken im von Großbritannien besetzten Irland und forderte infolgedessen auch eine stärkere politische Unabhängigkeit, woran er aber letztendlich scheiterte. Das Haus an sich finden wir nicht besonders beeindruckend, wohl aber der riesige Garten um das Haus herum, der vom Hausherr selbst mit südamerikanischen und anderen exotischen Pflanzen gestaltet wurde. Wir treffen auch den ominösen Riesen-Rhabarber wieder, dem das irische Wetter anscheinend gut bekommt.

Auf dem abzweigenden Ring of Skellig landen wir, nach einer abenteuerlichen Schmal-Straßen- und Höhenmeter-Fahrt und dem Besuch der „beeindruckendsten Klippen von Kerry“, die allerdings leider etwas im schlechten Wetter versinken, schließlich in Portmagee. Von diesem kleinen Hafenörtchen starten nämlich die Bootsfahrten zu den Skellig Islands, eine der insgesamt drei Weltkulturerbestätten Irlands. Leider ist für den nächsten Tag, den Freitag, nicht so gutes Wetter vorhergesagt, weshalb wir diesen Trip auf den Samstag verschieben. Den Freitag verbringen wir möglichst in geschlossenen Räumen, beispielsweise in der Ausstellung zu den Skellig Islands. Diese acht Meilen vor dem Festland liegenden Inseln wurden im 6. Jahrhundert nach Christus von einer Handvoll Mönchen bevölkert, die dort in der Abgeschiedenheit eine größere Nähe zu Gott suchten. Um das harte Leben auf diesen nahezu kahlen Felsen zu meistern, schlugen sie in den Stein über tausend Treppenstufen, die bis fast auf den Gipfel führen. Diese beeindruckende Kulisse hat sich auch der neue Star Wars Film zu eigen gemacht, denn dort wurde eine der wichtigsten Schlussszenen gedreht.

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Samstags ist es denn endlich so weit uns wir starten bei strahlendem Sonnenschein aufs Meer hinaus. Insgesamt drei Stunden sind wir auf dem Wasser unterwegs, umkurven die beiden Skellig Inseln und sind gebührend beeindruckt von den Ausmaßen der Inseln. Die kleinere der Inseln ist von der zweitgrößten Vogelkolonie Europas bevölkert, was uns auch einigermaßen lautstark angekündigt wird. Nass, durchgefroren, aber mit tollen Bildern im Kopf landen wir wieder in Portmagee. Was für ein Erlebnis! Leider waren wir ein paar Wochen zu früh, um auf den Inseln zu landen oder die berühmten Papageientaucher zu sehen, die hier regelmäßig Halt machen, um ihre Jungen groß zu ziehen.

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Die größere Insel, Skellig Michael
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Die kleinere Insel, Little Skellig

Sonntags geht es dann endlich nach Killarney, wo wir mit Moritz‘ Eltern die erste Verstärkung bekommen. Wir verbringen den Tag in der Stadt, die im Vergleich zu den anderen irischen Städten, die wir besucht haben, wirklich riesig ist! Lange Einkaufspassagen, viele Geschäfte und gemütliche Pubs reihen sich aneinander und wir wissen zuerst gar nicht, wo wir zuerst hin sollen.

Killarney schmiegt sich malerisch an einen riesigen See, der am Fuße der höchsten Berge Irlands liegt. An diesem See finden sich einige interessante Sehenswürdigkeiten, unter anderem auch Ross Castle. Den Parkplatz vor diesem OPW-Gebäude erklären wir zu unserem Basislager und verbringen eine wunderbar ruhige erste Nacht in der Gemeinschaft von Hirschen, Fröschen und Enten.

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Der nächste Morgen startet leider mit Regen. Wir besichtigen Ross Castle und schlendern noch ein wenig durch die Stadt, bevor wir mit meinen Eltern ein weiteres Mal Verstärkung bekommen. Gemeinsam lassen wir den Tag in der Stadt ausklingen, gehen noch ein wenig shoppen und machen große Pläne für morgen: Wir wollen nach Dingle!

Bis demnächst! 🙂

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3 Kommentare zu „Wir, die Herren der Ringe“

  1. Irland ist wirklich ein sehr schönes Land. Bis jetzt gefällt es mir sehr gut und die Landsleute sind alle sehr freundlich.

  2. Ein toller Bericht und wunderschöne Bilder. Viel Spaß mit euren Eltern und liebe Grüße Marianne und Werner 😘

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