An der Küste entlang

Von Midleton aus ist es nur noch ein kleiner Sprung zurück ans Meer. In mehreren Reiseführern wurde Cobh hoch empfohlen und so haben wir es uns dort auf dem Wohnmobil-Stellplatz gemütlich gemacht.

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Dieses kleine Hafenstädchen profitiert von der Nähe zur Großstadt Cork, hat dabei aber seinen irischen Charme erhalten. Unzählige Geschäfte reihen sich an der Hafenstraße aneinander, was einem Besucher die Möglichkeit bietet, durch die Innenstadt und gleichzeitig am Wasser entlang zu flanieren.

Wir sehen uns zuerst die Ausstellungen im Heritage Centre an, die sich vor allem mit den großen Auswanderungsströmen aus Irland nach Kanada, Australien oder in die USA beschäftigt und zusätzlich noch ein weiteres Kapitel neuerer Geschichte aufschlägt: Den Bau und die Jungferndfahrt des größten Kreuzfahrtschiffes – der Titanic.

In Cobh machte sie zum letzten Mal Halt, bevor sie zu ihrer ersten Überfahrt über den Atlantik aufbrach – und nie wieder Land sehen sollte. Besonders tragisch sind deshalb die ausgestellten Fotografien von Francis Brown, der die Titanic bei dieser letzten Station verließ und beim Ablegen die wohl letzten Bilder von dem Schiff machte.

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Annie, die mit ihren Brüdern von Cobh aus nach Amerika auswanderte

Am nächsten Tag ist gutes Wetter vorhergesagt, deshalb beschließen wir, den Tag zu nutzen und ihn im Freien zu verbringen. Nicht weit von Cobh entfernt erstreckt sich ein groß angelegter Wildtierpark, der unter anderem von Geparden, Giraffen, Pinguinen und Tigern bevölkert wird. Besonders gut haben mir dabei die freilaufenden Kängurus gefallen, die entweder nur einen Schritt weit entfernt auf dem Boden dösten oder plötzlich über die Wege hüpften.

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Vorne in der Mitte drei Maras am Wegesrand, rechts versteckt sich ein Wallaby hinter einem liegenden Baum und hinten hüpfen zwei Kängurus den Weg entlang – die sind einfach zu schnell, um fotografiert zu werden.

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Der Sonntag zeigt sich dagegen wettertechnisch von einer nicht so schönen Seite. Den ganzen Tag und die halbe Nacht stürmt und regnet es, sodass das Wasser des Hafens unserem Womo doch ziemlich nahe kommt! Diesen Tag verbringen wir lieber im Trockenen und sitzen das schlechte Wetter weg.

Dafür ist der Montagmorgen umso schöner. Wir packen unsere Sachen, umkurven Cork und fahren direkt nach Kinsale. Dieses kleine Hafenstädtchen wird vom Charles Fort überragt, einer Verteidigungseinrichtung mit Sterngrundriss, die im Laufe der Jahrhunderte schon viele Eigentümer sah. Abgesehen davon ist die Aussicht wirklich herrlich.

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Charles Fort – Modelansicht von oben

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Mit den Fahrrädern erkunden wir anschließend Kinsale. Hier ist schon mächtig viel Betrieb und wir wollen uns gar nicht vorstellen, wie das erst im Sommer aussieht! Trotzdem verbringen wir einen schönen Tag, essen draußen in der Sonne zu Mittag und bestaunen abends den tollen Sonnenuntergang.

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Am nächsten Tag geht’s weiter an der Küste entlang. Auf den Schildern an der Straße entdecken wir Hinweise zum Old Head of Kinsale, was meistens einen Leuchtturm bezeichnet und somit eine schöne Aussicht verspricht. Leider ist es total nebelig, als wir dort eintreffen.

Wir lassen das Womo stehen und gehen zu Fuß noch ein Stück die Straße entlang, bis wir plötzlich das Meer rauschen hören. Der Nebel lichtet sich Stück für Stück und wir haben eine prächtige Aussicht auf die Klippen und die benachbarten Landzungen. Leider wird der Rest der Landzunge von einem Tor samt Wachmann abgesperrt. Dahinter liegt anscheinend ein Golfclub, der fremde Besucher nicht so gerne sieht.

Schmale Landstraßen führen uns am Meer entlang, wir kommen beim Fahren aus dem Staunen gar nicht mehr heraus. Hinter jeder Kurve bietet sich ein neues Panorama. Schließlich landen wir auf dem Campingplatz, den wir als heutiges Lager ausgesucht haben. Sexton’s liegt ruhig zwischen den Hügeln, nicht weit vom Meer entfernt. Für 25€ bekommen wir einen Stellplatz, Duschen, Strom, WLAN und echt schön gestaltete Camper-Räume mit Fernseher und Waschmaschinen. Hier würden wir’s auch noch länger aushalten!

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Der Strand von Courtmacsherry

Die Besitzerin gibt uns noch den Tipp, unbedingt Courtmacsherry zu besuchen und dort den Rundweg an der Küste entlang zu wandern. Bei strahlendem Sonnenschein lassen wir uns das natürlich nicht entgehen. Auf dieser Landzunge wächst ein richtig uriger Wald, dessen Bäume zum Teil bis an den Strand heran wachsen. Der Weg folgt den Klippen weiter, bis wir, so glaube ich, den schönsten Flecken Irlands gefunden haben 😉

DSC_0706Heute ist der Himmel leider bedeckt und so fahren wir weiter an der Küste entlang. Nächste Stationen sind voraussichtlich Clonakilty und Rosscarbery. Wir melden uns. Bis demnächst!

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5 Kommentare zu „An der Küste entlang“

  1. Hallo Larissa und Moritz. Es ist immer spannend eure Berichte zu lesen. Ich warte dchon mit Ungeduld auf den Nächsten. Wir wollen jetzt am Dienstag den 26.4. nach Frankreich fahren. Es sind noch einige Sachen zu erledigen. Es läuft ja nichts davon. Und wenn wir einen Tag später fahren ist das auch nicht schlimm. Wir wünschen euch eine gute und schöne Zeit. Wir bleiben in Kontakt. Liebe Grüße aus der Heimat Marianne und Werner. Lasst es euch gutgehen. Wir umarmen euch. ❤🌻😚

  2. Grüsse aus der Heimat euch beiden …
    Hoffe euch geht’s gut…☺😊😀
    Passt auf euch auf …lg Dominic und tanja

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